Neue Broschüre zur GR & BGM Wahl

Die Zukunft der Zweisprachigkeit

Kärntner Gespräche

AK Kärnten: Corona-Krise im Fokus bei den Kärntner Gesprächen zur demokratiepolitischen Bildung

(AK/79) – Einen analytischen Blick auf die Corona-Pandemie und die Herausforderungen für die Demokratie boten die Kärntner Gespräche zur demokratiepolitischen Bildung 2020 mit zahlreichen Kooperationspartnern. Gesellschaftliche Analysen wie auch Perspektiven, ökonomische Rahmenbedingungen und Konsequenzen sowie Auswirkungen der Pandemie auf soziales Gefüge und Ungleichheitsentwicklung wurden von Fachexperten präsentiert.

Das Thema „Corona-Krise – Herausforderung für die Demokratie“ wurde von Wissenschaftlern, Wirtschafts- und Politikexperten am 22.10 bei den demokratiepolitischen Gesprächen genauer unter die Lupe genommen. Barbara Blaha, eine der Keynote-Speakerinnen und Leiterin des Momentum Instituts erläuterte zu Beginn gesellschaftliche Trends, die durch die Corona-Krise verschärft wurden: „Die Pandemie ist eine Art Brandbeschleuniger für gesellschaftliche Problemfelder wie der wachsenden Schere zwischen Arm und Reich oder der Langzeitarbeitslosigkeit“, so Blaha. Lösungen zur Bekämpfung dieser Problemfelder wären unter anderem die Einführung einer Erbschafts- und Vermögenssteuer, damit auch Vermögende ihren fairen Beitrag zur Finanzierung der Krise leisten oder auch die Erhöhung des Arbeitslosengeldes auf eine Nettoersatzrate von 70 Prozent.

Wirtschaftliche Herausforderungen der COVID-19 Krise

Markus Marterbauer, Wirtschaftsexperte der AK-Wien, stellte in seinem Vortrag klar: „Die soziale ist von der ökonomischen Komponente nicht zu trennen“. Marterbauer erläuterte die ökonomischen Rahmenbedingungen wie bspw. den Anstieg der Arbeitslosigkeit, den Einbruch in der Beschäftigung sowie das Budgetdefizit und die Verbraucherpreise, die doppelt so hoch sind als in Deutschland. „Was die Covid-Krise so problematisch macht, ist, dass die Verluste an Produktion und Einkommen sich extrem auf die sozialen Gruppen der Arbeitslosen, Langzeitarbeitslosen, Berufseinsteiger und Ein-Personen-Unternehmen sowie Kinder und Jugendliche mit bildungsfernem Hintergrund konzentrieren“, erläuterte Marterbauer und führte aus: „Eine der dauerhaft großen Folgen der Covid-Krise wird vor allem der Anstieg der Langzeitarbeitslosenzahl sein, denn Langzeitarbeitslosigkeit führt direkt in die Armut“. Mit einem Maßnahmenpaket stellte der Experte auch Lösungen, wie Qualifizierung von Arbeitslosen mittels einer Corona-Arbeitsstiftung, Jobgarantien für Langzeitarbeitslose im gemeinnützigen und kommunalen Sektor oder auch einer Arbeitszeitverkürzung zur Sicherung von Arbeitsplätzen vor.

Auswirkungen der Pandemie auf das soziale Gefüge

Barbara Prainsack, Leiterin des Instituts für Politikwissenschaften an der Universität Wien, setzte in ihrem Vortrag einen Schwerpunkt auf die sozialen Risikofaktoren Beruf und Armut, die in politischen Debatte des Parlaments bisher nicht erwähnt wurden.

„Armut ist nicht nur ein sozialer, sondern auch ein medizinischer Risikofaktor“, so Prainsack und erklärt den Begriff der „Syndemie“ am Beispiel der Triage*-Protokolle in den Vereinigten Staaten: „Man hilft jenen Menschen, deren Gesundheitsstatus eine bessere Aussicht auf Gesundwerdung haben, als anderen. Die, die bereits benachteiligt sind, werden wieder benachteiligt“. In der Syndemie verstärken sich Faktoren wie ökonomische, soziale und medizinische Benachteiligung gegenseitig.

„Was die Corona-Krise bisher gezeigt hat, ist, dass Gesellschaften mit guten öffentlichen Infrastrukturen und solidarisch organisierten Institutionen besser durch die Krise kommen als andere – diese gilt es weiter zu stärken“, sagte Prainsack zum Abschluss ihres Vortrages.

Nach dem Abschlussgespräch mit Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser, Veronika Bohrn Mena von der Gewerkschaft GPA-djp und den Referenten wurden Fragen aus dem Publikum im Konferenzsaal der Arbeiterkammer Kärnten und über den Livestream mittels Kommentarfunktion gestellt.

Alle Vorträge und die Abschlussdiskussion zum Thema: „Corona-Krise –Herausforderung für die Demokratie?“ bei den Kärntner Gesprächen zur demokratiepolitischen Bildung finden Sie auf der AK-Mediathek unter

https://portal.ucvis.com/akkaernten/kaerntner-gespraeche-zur-demokratiepolitischen-bildung-2020-coronakrise-herausforderung-fuer-die-demokratie-rueckblick-ausblick/133

Beitragsbild © Arnold Pöschl, MA

Veranstaltung zum Thema Fake News und Social Media

Präsentation und Diskussion von Materialien zu Fake News und Social Media – Hintergrundinformationen, Materialien und Inputs

Die Verbreitung von manipulierten Nachrichten, Fake News, Verschwörungstheorien und Hass im Netz stellt europäische Demokratien vor wachsende Herausforderungen. Das internationale Projekt DETECT hat Hintergrundinformationen, Materialien und Inputs erarbeitet, die Sie bei Ihrer täglichen Arbeit rund um diese Themen nutzen oder verbreiten können.

Diese werden am Dienstag, den 24.11.2020, von 14:00 Uhr bis 15:30 Uhr in einer digitalen Veranstaltung vorgestellt und diskutiert, wie man das eigene Bewusstsein und den Umgang mit Fake News schulen könnte und warum und wie die Thematik in den Lehrplan aufgenommen werden sollte.

Einladung mit näheren Informationen zur Veranstaltung finden Sie im Anhang.

Link zu Infos zur Veranstaltung am 19.11.2020

Link zu Infos zur Veranstaltung am 24.11.2020

Der Zugangslink für das digitale Meeting wird Ihnen bei der Anmeldung zugeschickt. Anmeldung bitte an

projektteam1@demokratiezentrum.org

Für Rückfragen stehen zur Verfügung: Susanne Reitmair-Juárez und Martin Reimann
DEMOKRATIEZENTRUM WIEN
Hegelgasse 6/5
A-1010 Wien
Tel.:+43/1/512 37 37
www.demokratiezentrum.org

Klimazeugin Pasterze

Kärntner Gespräche

KLIMA FAIRBINDET

Trickfilmprojekt MS Völkermarkt

Schülertexte zum 10 Oktober der VS Lind ob Velden

Texte von Schuelern zum 10 Oktober Jubilaeum 2020

Thema „100 Jahre Kärntner Volksabstimmung“  in der VS Lind ob Velden

Kinder der VS Lind ob Velden verfassten anlässlich des Unterrichts zum Thema „100 Jahre Kärntner Volksabstimmung“ sehr eindrucksvolle Texte zum Thema der Volksabstimmung:

Katharina Kandolf, 4. Klasse VS Lind ob Velden verfasste folgenden Text:

Katharina Kandolf

Katharina Kandolf

10. Oktober 1920 – Tag der Kärntner Volksabstimmung

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs 1918 hielten Truppen der sogenannten SHS-Staaten, die sich aus dem Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen zusammensetzten, Teile des südöstlichen Kärntens besetzt, in dem viele Slowenen lebten. Die SHS-Staaten forderten Ländereien von Österreich und drangen immer weiter ins Landesinnere vor.

Die Kärntner Regierung beschloss im Dezember 1918, sich gegen die Besatzer zur Wehr zu setzen, hoffte dabei aber vergeblich auf Unterstützung der Wiener Bundesregierung, die bewaffnete Auseinandersetzungen umgehen wollte.

So kämpften die Kärntner auf eigene Faust und eroberten nach und nach Gebiete von den SHS-Staaten zurück. Der Abwehrkampf endete am 14. Januar 1919. Der Friedensvertrag von St. Germain legte eine Volksabstimmung über die Zugehörigkeit der besetzten Gebiete fest.

Diese Abstimmung fand am 10. Oktober 1920 statt. Das Ergebnis war, dass die meisten Slowenen im südöstlichen Kärnten lieber weiterhin zu Österreich gehören wollten. Von den abgegebenen 37304 Stimmen entfielen 22025 auf den Verbleib bei Österreich.

So wurde dieser Tag in Österreich zum Tag der Volksabstimmung.

Heuer feiern wir 100 Jahre Kärntner Volksabstimmung.

 

Tim und Lisa Schaller, 4. Klasse VS Lind ob Velden verfassten folgenden Text:

Tim und Lisa Schaller

Tim und Lisa Schaller

Ein Stück Kärntner Geschichte: Der 10.Oktober 1920

Keiner in unserer Familie oder in unserer Nachbarschaft war bei diesem Ereignis „live“ dabei. Obwohl wir diesen Tag nicht miterlebten, kennen wir seine Bedeutung. Der 10. Oktober 1920 war der Abschluss eines jahrelangen Länderstreits in Kärnten. Unsere Urgroßmütter und Urgroßväter bestimmten am 10. Oktober 1920 nicht nur die damalige Gegenwart, sondern prägten mit ihrer Stimme für Kärnten auch das Leben ihrer Nachfahren.

Nachdem der Erste Weltkrieg 1918 beendet war, wurden Teile des heutigen Kärntens vom SHS-Staat besetzt. Der SHS-Staat setzte sich aus Slowenen, Kroaten und Serben zusammen und forderte Gebiete von Südösterreich. Daher drangen sie mit Truppen 1918 in Südostkärnten ein. Doch die Kärntner nahmen diese Besetzung nicht einfach so hin. Sie begannen ihren Abwehrkampf. Um den Kampf um das südöstliche Kärnten zu beenden, legte der Friedensvertrag von St.Germain 1919 eine Volksabstimmung fest. Das Ergebnis musste von allen Beteiligten akzeptiert werden.

Der 10. Oktober 1920 wird der Tag der Volksabstimmung  genannt, weil das Kärntner Volk die Gelegenheit bekam, mit seiner Stimme die Staatsgrenze zum Nachbarn selbst zu ziehen. Obwohl 70% der stimmberechtigten Menschen Slowenen waren, wollten insgesamt 59% der Wähler bei Kärnten bleiben. Viele Slowenen wollten also damals zu Österreich gehören.

Die slowenische Sprache und die slowenische Kultur sind heute noch in Kärnten vorhanden. Viele unserer Freunde beherrschen die slowenische Sprache, weil in ihren Familien diese Sprache gesprochen wird. Wenn wir mit dem Auto durch den südöstlichen Teil Kärntens fahren, fallen uns auch all die zweisprachigen Ortsschilder auf. Unsere Großeltern und Eltern erzählten uns, dass diese Ortsschilder auch in der jüngeren Vergangenheit heiß umstritten waren. Unsere Eltern sprechen sehr oft darüber, wie wichtig es sei, andere Traditionen nicht nur kennenzulernen, sondern diese auch wertzuschätzen. Wir schätzen es in einem Gebiet zu leben, in dem sich verschiedenste Kulturen treffen und miteinander leben. Auch wenn der Kärntner Abwehrkampf und der Tag der Volksabstimmung schon 100 Jahre zurückliegen und wir uns für Politik noch nicht sehr interessieren, hören wir dieses Kapitel der Kärntner Geschichte immer wieder gerne.

 

Ausstellung Abstimmungsbilder

Ausstellung Abstimmungsbilder

Ausstellung: „(Ab)Stimmungsbilder“ – historische und künstlerische Perspektiven auf die Kärntner Volksabstimmung

Durch die Verflechtung zweier unterschiedlicher Zugänge rückt die Ausstellung „(Ab)Stimmungsbilder“ die Vielschichtigkeit des Phänomens Kärntner Volksabstimmung in den Mittelpunkt. In einem historischen Ausstellungsteil werden zeitgenössische Protagonisten – von ArbeiterInnen bis hin zu politischen Akteuren – in den Blick genommen. Digitale Ausstellungselemente aktivieren die BesucherInnen und motivieren sie, ihre eigenen täglichen „Abstimmungen“ zu hinterfragen.

Sichtweisen von KünstlerInnen der ÖGB-Kunstwerkstätte ergänzen den geschichtlichen Ausstellungsteil, indem sie sich der Thematik in einer kritischen Auseinandersetzung mit historischen Quellen nähern.

Öffnungszeiten der Ausstellung

Montag bis Donnerstag, 9:00 bis 16:00 Uhr

ÖGB/AK Bildungsforum, Bahnhofstraße 44, 9020 Klagenfurt
Eintritt frei
Führungen auf Anfrage: 050 477-2304 / bildung@akktn.at

Link zum Folder in Deutscher Sprache

Link zum Folder in Slowenischer Sprache

Nähere Informationen auf: www.zusammen-arbeiten.at/ausstellung