ÖGSR-Schulrechtspreis 2021

ÖGSR-SCHULRECHTSPREIS 2021

Rechtswissenschaftliche, rechtspolitische und allgemein interessierende Arbeiten, die im Kontext von Schule und Recht stehen, können ausgezeichnet werden.

Einreichungen an den Vorstand der Österreichischen Gesellschaft für Schule und Recht,

1010 Wien, Freyung 1, office@oegsr.at,

www.oegsr.at

Einreichfrist:  31. Oktober 2021

 

 

Ausschreibung_ÖGSR-Schulrechtspreis_2021

 

Lernfeldprojekt: “Climate Change Games” Bachmanngymnasium

Lernfeldprojekt: „Climate Change Games“   Dem Klimawandel einen Spielzug voraus!

Die Klimakrise bewegt unsere Jugend. Auch im Unterricht wird darüber viel diskutiert. Aufbauend auf diesem Interesse kann die Neugierde zur Wissensvermittlung mit Spielfreude und Spaß verknüpft werden. Mit 15 Jahren bringen die Schüler*innen noch einen riesigen Erfahrungsschatz hinsichtlich des Spielens mit. Hier kann man andocken, denn der Spieltrieb des Menschen ermöglicht durch Versuch und Irrtum essentielle Kenntnisse und Kompetenzen über die Welt zu lernen.
„Wir wollten das Vergnügen am Spiel mit dem Phänomen des Klimawandels kombinieren. Daraus ergab sich die Idee zu den Climate Change Games“, erklärt Mag.a Ingrid Huber, Lehrerin am Ingeborg-Bachmann-Gymnasium den Ursprung der Idee.  Gemeinsam mit ihrer Kollegin Mag.a Bettina Popotnig begeisterten sie die Schüler*innen der 5b Klasse Spiele im Geographie- und Wirtschaftskunde-Unterricht zu entwickeln.
„Die Wichtigkeit dieses Zugangs wurde uns auch vor Augen geführt, als wir uns die Produktpalette professioneller Spielwarenhersteller angesehen haben, die kaum Klimaspiele, Klimawandelspiele oder Spiele für den Klimaschutz für Kinder und Jugendliche im Sortiment führten“, so Mag. Horst Kanzian, Senior Lecturer an der AAU-Klagenfurt, der das gemeinsame Projekt „Climate change games – Dem globalen Klimawandel spielerisch begegnen“ mit der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt und dem Ökolog-Team der Schule ins Leben gerufen hat.
Wichtig war es, dass die Schüler*innen in die Rolle von Spielentwicklern schlüpften und Spiele erfinden, die aus ihrer Kreativität entspringen und in der Qualität sowie Ausstattung den professionellen möglichst nahekommen. Um dieses ambitionierte Ziel zu erreichen, wurden Lehramtsstudierende als Lernbegleiter*innen eingesetzt, die die Schüler*innen bei der Erarbeitung eines sinnvollen Spielinhalts und einen damit kompatiblen Spielmechanismus unterstützten.
Während der dreimonatigen, digitalen Projektarbeit setzten sich unsere Schüler*innen intensiv mit den unterschiedlichsten Facetten der Klimaveränderung auseinander und konnten das Thema für sich wesentlich besser begreifen.
Die 23 Schüler*innen der 5b-Klasse des Ingeborg-Bachmann-Gymnasiums entwickelten gemeinsam mit 23 Lehramtsstudierenden der Geographie und Wirtschaftskunde der AAU-Klagenfurt schließlich 7 Spiele zum Klimaschutz. (siehe Tabelle anbei)
„Trotz der immensen Belastung durch homeschooling und distance learning schafften die SchülerInnen fulminante Ergebnisse. Ein Beweis, daß selbst unter schwierigsten Bedingungen die SchülerInnen durch selbstorganisiertes Lernen Fähigkeiten entwickeln von denen sie selbst überrascht sind“, freute sich Christian Salmhofer vom Klimabündnis. Das Statement eines Schülers bringt es auf den Punkt: „Das Projekt war eine gute Idee und hat Spaß gemacht. Es war zwar etwas viel zu tun, jedoch war es oft sehr lustig und interessant. Ich schaue mit einem Lächeln darauf zurück.” Ein Lächeln, das alle Beteiligten mit Manuel gerne teilen.

Aktivitäten und Umsetzung:

Das Projekt wurde als kooperatives Lernfeldprojekt durchgeführt, an dem zwei Bildungsinstitutionen – die Universität Klagenfurt (AAU) / Institut für Geographie und Regionalforschung und das Ingeborg-Bachmann-Gymnasium – beteiligt waren. Die Projektleitung hatten Mag. Horst Kanzian, Senior Lecturer an der AAU-Klagenfurt, sowie Mag.a Ingrid Huber, Lehrerin am Ingeborg-Bachmann-Gymnasium, inne. Mag.a Bettina Popotnig, Klassenlehrerin der 5b, fungierte als organisatorische Brücke zwischen der Projektleitung und den beteiligten 23 Schüler*innen der 5b-Klasse des Ingeborg-Bachmann-Gymnasiums. Weiters waren 23 Lehramtsstudierende der Geographie und Wirtschaftskunde der AAU-Klagenfurt als Lernbegleiter*innen eingesetzt. Letztere leiteten die Schüler*innen durch die einzelnen Phasen der Projektmethode und achteten stets darauf, dass das digitale Projekt einen geradlinigen Verlauf nimmt und berieten die Schüler*innen bei Fragen und Unklarheiten. Im Folgenden sollen die einzelnen Phasen und deren Aktivitäten kurz vorgestellt werden: 4. Projektdurchführung: Die Projektdurchführung war aufgrund des Distance-Learning, die ab Ende November auch die involvierte Klasse einholte, sehr schwierig. Die Kleingruppen mussten auf digitale Projektarbeit umschwenken und die Klima(wandel)spiele in digitalen Räumen umsetzen. Erschwerend hinzu kam, dass sich die Schüler*innen nicht treffen konnten, um gemeinsam an den Spielen zu arbeiten. Trotz dieser Herausforderungen konnten wirklich kreative Spiele entstehen.
Ergebnisse:
In der folgenden Tabelle sind die Ergebnisse der einzelnen Gruppen dargestellt. Jedes Spiel existiert zumindest einmal pro Gruppe als Prototyp und besteht aus den jeweiligen Spielutensilien (Spielplan, Karten, Spielfiguren, Würfel, u.dgl.) und einer Spielanleitung, die angibt, wie man das Spiel spielen soll. Während Gruppe 1-6 analoge oder hybride Spiele erstellt haben, hat Gruppe 7 ein digitales Klimaschutz-Spiel mit Hilfe einer Learning-App erstellt (siehe Link). Die Themen der Spiele sind, wie man sieht, sehr facettenreich.

 

Kleingruppen-Nr. Thema des Climate-Change-Games Spielart Kurzbeschreibung zum Spiel
Gruppe 1 Waldbrände „Activity“ Die Spieler*innen müssen verschiedene Begriffe zum Thema zeichnen und / oder erklären.
Gruppe 2 Naturkatastrophen Memory-Quiz-Spiel Die Spieler*innen müssen – wie beim Original – die Kärtchen richtig aufdecken und dabei – fallweise – Fragen zum Thema Naturkatastrophen beantworten.
Gruppe 3 In eine nachhaltige Zukunft durch regionale Produkte Memory mit QR-Codes Auf den Memory-Karten befinden sich QR-Codes, die mit der Smartphonekamera gescannt werden. Diese führen schließlich zu weiterführenden Fragen in der App „Actionbound“, die die Spieler*innen digital beantworten müssen.
Gruppe 4 Meeresspiegelanstieg Memory Klassisches Memory-Spiel, das das Thema „Meeresspiegelanstieg“ aufgreift.
Gruppe 5 Schmelzen der Pole Eisbär und Pinguin – Brettspiel Das Ziel dieses Spieles ist es zu versuchen, so viele Fragen wie möglich richtig zu beantworten, um so viele Tiere (Eisbären oder Pinguine) wie möglich zu retten.
Gruppe 6 CO2-Ausstoß durch Lebensmitteltransporte Brettspiel mit Quiz-Elementen Das Brettspiel greift das Thema der globalen Lebensmitteltransporte auf. Die Spieler*innen müssen leichte, mittelschwere und schwierige Fragen zur Thematik beantworten und dürfen – nach richtiger Beantwortung – ein Feld mit der Spielfigur weiterziehen.
Gruppe 7 Mülltrennung Digitales Zuordnungsspiel via „Learning Apps“ In diesem Spiel werden die Knacknüsse der Mülltrennung mit einer digitalen Spielvariante aufgegriffen und damit die Mülltrennung gefestigt. Link zum Spiel: https://learningapps.org/watch?v=pqetb2nzn21

Statements der SchülerInnen der 5bi Klasse

Wir haben sowas noch nie gemacht. Natürlich lief es nicht immer perfekt. Es gab höhen und Tiefen, aber wir haben viel gelernt. Und am Ende waren alle zufrieden, dass wir es geschafft haben. (Litzllachner Peter)
Ich kann mein Statement nur positiv verfassen. Wir haben ein lustiges und spannendes Spiel gestaltet auf welches ich und meine Kollegen sehr stolz sind! (Hausott Emely)
Mir hat es sehr viel Spaß gemacht mit Studenten zu arbeiten und eine neue App, Actionbound kennenzulernen, welche eine wirklich gute App ist, die ich bis jetzt noch nicht kannte. (Bauer Viktoria)
Die Studenten haben uns sehr viel beigebracht und waren immer für uns erreichbar. Ich habe viel dazu gelernt, wofür ich sehr dankbar bin. Es war eine tolle Erfahrung für mich und meine Teamkolleginnen! (Bachlechner Emily)
Die Studenten haben uns sehr viel beigebracht über den Klimawandel. Sie haben uns verständliche Antworten gegeben und sich die Zeit genommen uns alles so zu erklären damit wir es verstehen konnten. Es hat mir sehr gefallen und ich lernte viele Sachen dazu. Es war eine großartige Erfahrung und würde das Projekt wieder machen! (Kezban Yaman)
Teamwork war das um und auf. Wenn man sich unsicher bei einer Sache war, standen unsere Studenten immer zur Verfügung. Hoffentlich kann unsere Klasse in den nächsten Jahren wieder an so einem spannenden Projekt teilnehmen. (Melissa Sandtner)
Trotz meist langen Arbeitszeiten war es immer ein Spaß zusammen mit Freunden ein eigenes Spiel zu entwickeln und zu designen. Den Job, uns durch das Projekt zu leiten und unser Leben mit möglichen Hilfestellungen zu vereinfachen, erfüllten die uns zugeteilten Studenten mit Bravour. (David Kapeller)
Die Studenten waren hilfsbereit und haben uns immer gut korrigiert. Sie haben uns rechtzeitig über das Datum der Termine Bescheid gegeben. Ich bin sehr zufrieden mit unserem Endergebnis. (Elvina Dedic)
Annas Statement: Das Uni-Projekt hatte seine Höhen und Tiefen. Doch mit der Hilfe und dem Feedback der Studenten entwickelte es sich zu einer interessanten und lehrreichen Erfahrung.
Emilys Statement:
Ich finde es war von Anfang an interessant zu beobachten wie die Spiele entstanden sind und wie auch unser Spiel nach langen Überlegungen endlich Form angenommen hat. Natürlich gab es auch mal eher „blöde“ Zeiten, aber mit den Studenten und meinen Klassenkollegen konnten wir alles so schaffen wie wir es wollten. Ich nehme auf jeden Fall viele Erfahrungen aus dem Projekt mit.
Laras Statement: Ich fand das Projekt von Anfang an sehr interessant und bin froh, dass wir die Möglichkeit hatten diese Erfahrung zu machen. Es gab zwar Zeiten, in denen ich das Arbeiten als eher mühsam empfand, doch mit den Studenten und meinen Klassenkolleginnen war das schnell wieder vergessen. Ich finde es super, dass so viele verschiedene Spiele zu Stande gekommen sind.

 

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Wanderausstellung – 100 Jahre Verfassung

Im Jahr 2020 wurde das 100-jährige Jubiläum der österreichischen Bundesverfassung und des Verfassungsgerichtshofes gefeiert. Mit dem Projekt “Verfassung macht Schule” hatte der Verfassungsgerichtshof speziell für dieses Jubiläumsjahr einen Schwerpunkt mit Besuchen an Schulen und Führungen von Schülerinnen und Schülern durch den Verfassungsgerichtshof geplant.

Nach einem erfolgreichen Auftakt dieser Aktion mussten seit Beginn der Pandemie sämtliche geplanten Besuche abgesagt werden. Es konnte zwar ein gewisser Kontakt mit den Schulen aufrechterhalten werden und das Heft “Unsere Verfassung als Magazin” wurde an interessierte Schulen verteilt. Leider war ein intensiverer Austausch mit Schülerinnen und Schülern nicht möglich.

Umso erfreulicher ist es daher, dass mit kleiner Verzögerung nun die Wanderausstellung “Verfassungsgerichtshof auf Tour” durch die Bundesländer reisen wird. Nach den Osterferien bis Anfang Juli wird in zwei Containern an verschiedenen Standorten in allen neun Bundesländern die Möglichkeit geboten, den Infopoint 100 Jahre Verfassungsgerichtshof zu besuchen. Die konkreten Standorte sind ab März 2021auf der Website des Verfassungsgerichtshofes www.vfgh.gv.at abrufbar.

Dieses Angebot richtet sich insbesondere an Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahren und kann jederzeit während der Öffnungszeit ohne Anmeldung in Anspruch genommen werden.

Allfällige Fragen können an folgende Mailadresse gesendet werden: verfassungmachtschule@vfgh.gv.at

Verfassungsgerichtshof Österreich

Freyung 8, 1010 Wien
http://www.vfgh.gv.at/

Folder Infopoint 100 Jahre

Demokratie (er)leben am BG/BRG St. Martin Villach

Demokratie (er)leben – Projektbericht

 Hintergrund:

Dieses Projekt begann in meinem Kopf bereits 2015/2016, als ich in einer meiner fünften Klassen Geschichte unterrichtete. Es war eine typische Klasse unsers Hauses – nette Kinder aus bildungsnahem Elternhaus, nicht unreflektiert und durchaus interessiert. Wir sprachen über die Römische Republik, in der es die Option gab in Zeiten der Krise einen Diktator auf Zeit zu ernennen. Auf meine Frage, ob sich die Schülerinnen und Schüler so eine Diktatur auf Zeit auch für unser heutiges Österreich vorstellen könnten, meinten 27 von den 28 Kindern, dass das eigentlich eine gute Idee wäre.

Etwa zur gleichen Zeit diskutierte ich im Englischunterricht in meiner 7. Klasse das Thema Brexit. Das Referendum war gerade über die Bühne gegangen und England war in Aufruhr. Die jungen Engländer hatten damals eine Reform des Wahlrechtes gefordert – Bürger über 50 sollten nur mehr ein 50%iges Wahlrecht erhalten. Ich stellte diese Forderung zur Diskussion und mehr als die Hälfte der Klasse meinte ebenfalls, dass dies gar keine schlechte Idee wäre.

Dies sind nur zwei Beispiele für Gespräche und Diskussionen, die mich wirklich erschütterten, denn an ihnen konnte man klar erkennen, wie leichtfertig wichtige Grundwerte der Demokratie von den jungen Menschen in Frage gestellt wurden. Immer mehr beschäftigte mich die Frage, wie ich denn diesem Trend in der Schule gegensteuern könnte.

Wie es der Zufall haben wollte, besuchte ich im gleichen Schuljahr ein Seminar von Mag. Florian Kerschbaumer (Donau Universität Krems) mit dem Titel: Politische Partizipation als Fundament der Demokratie. In diesem Seminar bekam ich die Bestätigung für meine Beobachtungen im Mikrokosmos Schule. Wir befinden uns gesamtgesellschaftlich zurzeit in einem Zeitalter der zunehmenden Politik- und Demokratieverdrossenheit. Umfragen beweisen, dass demokratische Werte in unserer Bevölkerung Jahr für Jahr an Bedeutung verlieren. Seit einigen Jahren schon befasst sich die Partizipationsforschung mit diesen Phänomenen und hat herausgefunden: je mehr sich ein Mensch in jungen Jahren an demokratischen Prozessen beteiligt, desto höher wird auch der Stellenwert der Demokratie in seinem Leben.

Ich hatte das Gefühl eine Antwort auf meine Fragen bekommen zu haben und ich begann das Projekt Demokratie (er)leben zu planen.

Projekt – Zielsetzung und Ablauf

Im Schuljahr 2017/2018 startete ich das Projekt „Demokratie (er)leben“ am BG/BRG Villach St. Martin (1200 SchülerInnen, 120 KollegInnen). Ziel des mehrjährigen Projektes ist es, vermehrt demokratische Prozesse in den Schul- und Unterrichtsalltag der Schülerinnen und Schüler einzubinden, bzw. vorhandene Prozesse und Ämter zu stärken und sichtbarer zu machen. Dadurch soll eine Stärkung des Demokratiebewusstseins der Schülerinnen und Schüler erfolgen, welches, laut Studien der Partizipationsforschung, zu einer Stärkung der Demokratie in unserer Gesellschaft führen soll.

Dieses Ziel soll erreicht werden, indem

  • mit Hilfe des gesamten Lehrkörpers an unserer Schule bereits vorhandene demokratische Elemente im Unterrichtsalltag ausgebaut und sichtbarer gemacht werden
  • diese demokratischen Elemente mit Hilfe des gesamten Lehrkörpers evaluiert und bewusst eingesetzt werden
  • den Schülerinnen und Schülern die nötigen Kompetenzen mitgegeben werden, um sich aktiv an partizipativen Prozessen beteiligen zu können.
  • schulinterne Wahlen (Klassensprecher, Stufensprecher, Schulsprecher) möglichst korrekt und wirklichkeitsnahe durchgeführt werden
  • eine Aufwertung der demokratischen Ämter der Schülerinnen und Schüler (KlassensprecherIn/StufensprecherIn/Schülervertretung) erfolgt
  • demokratische Partizipation der Schülerschaft auf der Ebene der Schulgemeinschaft noch weiter ausgebaut wird.

 

Im ersten Projektjahr 2017/2018 begann die erste Phase des Projektes – die Stärkung demokratischer Prozesse im Unterrichtsalltag. Begleitet wurde dieser Prozess von Vorträgen mit Mag. Florian Kerschbaumer von der Donauuniversität Krems (Partizipationsforschung) oder Dr. Kathrin Stainer-Hämmerle von der FH Villach.

In einem ersten Schritt tauschte sich das Lehrerkollegium über demokratische Best-Practice Beispiele aus dem Schulalltag aus, welche in einer Ideenmappe gesammelt wurden. Die Ideenmappe erstreckt sich über 21 Seiten und enthält beispielsweise folgende Best-Practice Beispiele:

  • Vetorecht bezüglich Testdatum/Abstimmung über Testdatum
  • Sorgenbox für allfällige Anliegen, welche in der KV Einheit behandelt werden
  • Demokratische Abstimmung über Schwerpunktsetzung zu einem Thema (schriftlich)
  • Selbstbewertung und Reflexion bei Gruppenarbeiten
  • Abstimmung über Form der Leistungsbeurteilung zu einem eingegrenzten Thema
  • Abstimmung, ob ein Kapitel noch vertieft/geübt werden soll
  • Verbindliche Verhaltens- und Kommunikationsrichtlinien werden gemeinsam erarbeitet
  • Gemeinsame Organisation von Ausflügen, Buffets, Alternativtagen
  • Klassenrat, in dem 1x wöchentlich Probleme besprochen werden

 

Im zweiten Projektjahr 2018/19 wurde die fertige Ideenmappe dem Kollegium präsentiert und zur Verfügung gestellt, mit der Aufforderung diese Best-Practice Beispiele im Laufe des ersten Semesters auszuprobieren. Im Frühjahr wurden die Erfahrungen anschließend in einem pädagogischen Nachmittag ausgetauscht und die Best-Practice Beispiele evaluiert. Das Feedback der KollegInnen wurde in Folge in die Ideenmappe eingearbeitet.

In dieser ersten Projektphase wurden verstärkt demokratische Prozesse im Schul- und Unterrichtsalltag eingesetzt und die Schülerinnen und Schüler übten demokratische Kompetenzen. Natürlich ist diese Phase nicht abgeschlossen, denn durch den kollegialen Austausch und die Verbreitung der Ideenmappe sind diese partizipativen Elemente ein selbstverständlicher Teil unseres Schulalltags geworden. Die Ideenmappe wird weiterhin zu Beginn jedes Schuljahres ausgeschickt. Auch Kolleginnen und Kollegen die neu an unsere Schule kommen, bekommen die Ideenmappe bei Dienstantritt und werden aufgefordert, demokratische Elemente in ihren Unterrichtsalltag einzubinden.

Parallel zum Fortbestand der ersten Phase des Projektes, rückten im dritten Projektjahr 2019/20 die demokratischen Ämter der Schülerschaft in den Fokus. Zunächst wurde gemeinsam mit der Schülervertretung die Ist-Situation der demokratischen Arbeit der Schülerschaft an der Schule evaluiert und Verbesserungsvorschläge eingeholt. Das Ergebnis zeigte folgende Punkte.

Es sollte/n

  • eine Aufwertung der Rolle des Klassensprechers/der Klassensprecherin erfolgen
  • die jüngeren Schüler (7. + 8. Schulstufe) in klassenübergreifende demokratische Prozesse involviert werden
  • die Wahlen zur Schülervertretung qualitativ aufgewertet werden, um die Bedeutung derselben zu stärken
  • ein eigenes Schülerparlament gegründet werden

Die Schülervertretung führte im Schuljahr 2019/20 die Rolle der Stufensprecher für die 7. und 8. Schulstufe ein und führte dementsprechende Wahlen durch. Jede/r SchülerIn dieser beiden Schulstufen konnte zur Wahl des Stufensprechers/in aufstellen lassen, wurde über die Rolle (klassenübergreifende Vertretung der Jahrgangsstufe, Teilnahme an Besprechungen mit der Schülervertretung …) aufgeklärt und hatte die Gelegenheit sich den Wählern vorzustellen.

Im zweiten Semester erfolgte die Planung eines neuen Konzeptes der Wahl zur Schülervertretung. In der Vergangenheit gab es hier immer wieder eine gewisse Gleichgültigkeit der Schülerschaft gegenüber der Wahl und der Rolle der Schülervertretung. Dies manifestierte sich unter anderem in der nicht einfachen KandidatInnensuche und in der Abgabe von ungültigen Stimmen. Hier wurde darauf geachtet, dass die Wahlen in Zukunft möglichst korrekt und wirklichkeitsnahe durchgeführt werden sollten.

Im Schuljahr 2020/21, dem vierten Projektjahr, wurden die optimierten Wahlen erstmals durchgeführt. Die KandidatInnen bekamen zunächst die Möglichkeit sich und ihr Wahlprogramm in einem vierminütigen Video vorzustellen. Um Chancengleichheit zu gewähren, wurde dieses Video von der Schule produziert. Die KandidatInnen wurden so eine Woche vor der Wahl der Wählerschaft vorgestellt. Die, aus unabhängigen SchülerInnen und zwei Lehrerinnen bestehende, Wahlkommission führte die Wahl zur Schülervertretung in zwei Wahllokalen durch, wobei genau auf ein wirklichkeitsgetreues Prozedere mit Wählerliste, Wahlkabinen, Wahlurne etc. geachtet wurde.

Nach Abhaltung der Wahl bestätigte sich in einer Umfrage, dass die SchülerInnen die Wahl in diesem Jahr als bedeutender empfanden und dass auch die Ämter der Schülervertretung an Bedeutung gewonnen hatten. Auch die große Anzahl der KandidatInnen (6 statt üblicherweise 3-4), sowie die Anzahl der gültigen Stimmen (nur 3 ungültige von 330 abgegebenen Stimmen – im Vorjahr über 60 ungültige Stimmen), bestätigten diese Beobachtung.

Nach der Wahl zur Schülervertretung wurde Im Oktober 2020 auch gleich ein schulinternes Schülerparlament gegründet. Das Schülerparlament soll in Zukunft den legislativen Zweig der Schülerschaft bilden, während die Schülervertretung die Exekutive darstellt. In regelmäßigen, ordentlichen Parlamentssitzungen haben die ParlamentarierInnen (die Klassensprecher der Oberstufe, sowie die Stufensprecher der Unterstufe) die Möglichkeit anhand von Anträgen die Arbeit der Schülervertretung zu beeinflussen bzw. anhand von parlamentarischen Anfragen dieselben zu kontrollieren. Die Sitzungen unterliegen einer Tagesordnung und werden protokolliert. Somit wird die Schülervertretung zu einem Organ aller Schülerinnen und Schüler unserer Schule und jede Klasse hat über die KlassensprecherIn/StufensprecherIn die Möglichkeit ihren Schulalltag demokratisch mitzugestalten.

Durch die Einführung des Schülerparlamentes wird gleichzeitig das Amt des/der KlassensprecherIn durch die Tätigkeit als ParlamentarierIn aufgewertet. Somit wird der/die KlassensprecherIn zu einem aktiven Vertreter der Klasse im Schülerparlament und die stereotype Rolle (Geld einsammeln, Listen führen …) wird von einer demokratisch verantwortungsvollen abgelöst.

 

Durch das Projekt Demokratie (er)leben nehmen die 1200 Schülerinnen und Schüler unserer Schule jeden Tag im Kleinen an partizipativen Prozessen teil. Durch diese regelmäßige Teilhabe schärfen sie ihre demokratischen Kompetenzen und sehen ihre demokratische Verantwortung als Selbstverständlichkeit. Dies wird zudem noch gestärkt, da die demokratischen Ämter der Schülerschaft (Klassensprecher, Stufensprecher, Schülervertretung, Schülerparlament) ausgebaut wurden und durch das Projekt an Bedeutung gewonnen haben.

Dadurch nehmen unsere Schülerinnen und Schüler jeden Tag ihre demokratische Verantwortung wahr – in den partizipativen Prozessen, durch ihr Wahlrecht und in ihren demokratischen Ämtern. Ich bin überzeugt, dass durch dieses Projekt die Demokratie in den Köpfen unserer Schülerinnen und Schüler einen noch höheren Stellenwert bekommt und sie dadurch zu reflektierten und politisch bewussten, jungen Erwachsenen werden.

Mag. Ute Bauer

 

Klimafairbindet – Online Seminar für SchüerInnen

Schüler*innen organisieren in Eigenregie eine Videokonferenz. Moderiert von Lena Klaura, Annabell Lackner (IBG Bachmanngymnasium) und mit technischer Unterstützung von Jakob Kasmanhuber.
 
Freitag, 26.02.2021, 9:30 – 11:20 Videochat via Zoom ; Fleisch im Spannungsfeld von Corona & Klima

Wie im Fleischatlas 2021 beschrieben, schätzt die internationale Organisation für Tiergesundheit (OIE), dass 60 Prozent aller beim Menschen existierenden Infektionskrankheiten Zoonosen sind. Zoonosen sind Krankheiten, die von Tieren auf Menschen übertragen werden und umgekehrt – wie im Fall von Covid-19! Gleichzeitig führt der übermäßige Fleischkonsum, basierend auf Massentierhaltung, zu ähnlich hohen Klimagasemissionen wie der Verkehr. Mit Experten aus verschiedenen Fachbereichen wollen wir diesmal die Zusammenhänge zwischen Klima & Corona am Beispiel Fleisch beleuchten. Sie sollen uns helfen, Auswege und Lösungsvorschläge für unser Handeln zu finden. (jeweils 10 Minuten Vortrag und Diskussion im Anschluss)

Präambel von Annabell Lackner zu den Gemeinsamkeiten beider Krisen: EIN PLANET – ZWEI KRISEN
Als externen Experten und Gesprächspartner haben wir eingeladen:

  • Volker Moser Tierarzt
  • Hans Kandler Regenwaldexperte
  • Hannes Tomic Bauer

Wir bitten um verbindliche Anmeldung bei Jakob Kasmanhuber:  jakob.kasmanhuber@klimabuendnis.at,  mobilnr: 0664 1208954; – wir werden ihnen den Link zur Veranstaltung schicken

Margaretha Lupac Stiftung – Wissenschaftspreis 2021

Margaretha Lupac-Stiftung für Parlamentarismus und Demokratie

Die Margaretha Lupac-Stiftung für Parlamentarismus und Demokratie (oft auch nur Margaretha Lupac Stiftung) ist eine Stiftung des Österreichischen Parlaments.

Die Stiftung dient einerseits der Auszeichnung von hervorragenden Verdiensten um den Parlamentarismus und der Demokratie in Österreich. Außerdem können aus dieser Stiftung auch Forschungsaufgaben und Tagungen, die sich mit dem Parlamentarismus beschäftigen unterstützt werden. Aber auch Künstler können unterstützt werden.

Einreichungen elektronisch oder per Post bis 15. Juni 2021 an:
Jury der Margaretha Lupac – Stiftung
für Parlamentarismus und Demokratie
Dr. Karl Renner-Ring 3
1017 Wien

WissPreis_ 2021_ Ausschreibung
WissPreis_2021_Richtlinie
WissPreis_2021_Bewerbungsformular

lupacstiftung@parlament.gv.at
www.lupacstiftung.at

„International Holocaust Remembrance Day“ 27.01.2021

27_01_2021 „International Holocaust Remembrance Day“ ; im Rahmen des Online-Unterrichts an der WIMO Klagenfurt

Zum Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz im Jahr 1945 reflektieren Schülerinnen der 4 AHM in einem Online Meeting, warum Erinnerungskultur ein wichtiges Anliegen der Jugend ist.

 

Anic Anita: Ja, Erinnerungskultur ist uns ein Anliegen, weil man in erster Linie die Opfer nicht vergessen soll und jede/r wissen soll, wie diese Opfer gelitten haben. Die Gedenkstätten sind ein wertvoller Bestandteil des Erinnerns.

Mayrobnig Simone: Gelebte Erinnerungskultur ist etwas Wichtiges. In der Schule können wir mit Hilfe von Projekten, Recherche und Präsentationen viel über den Holocaust lernen, sodass wir zur Gestaltung einer friedlichen Zukunft etwas beitragen können.

Mert Lena: Erinnerungskultur soll so aufbereitet sein, dass wir aus der Geschichte lernen können. Ich denke dabei an die Ausstellung zur Geschichte des 10. Oktober am Neuen Platz. Ausstellungen wie diese ermöglichen uns einen klaren Blick auf die Geschichte.

Grünanger Celina: Erinnerungskultur ist deshalb wichtig, da man aus den Geschichten der Vergangenheit lernen kann. Filme und Dokumentationen helfen uns dabei, uns in die Geschichte des Holocaust und die Schicksale der Opfer des Holocaust hineinzuversetzen. Die Geschichte lehrt uns auch, unseren Alltag mehr zu schätzen, wenn man den Vergleich zur Vergangenheit hat.

Jamnig Angelina: Es ist heute sehr wichtig, dass man auf die Ereignisse zur Zeit des zweiten Weltkriegs zurückschaut, weil sie uns ja heute noch begleiten und Thema sind. Diese Zeit hat unsere Großeltern, Eltern aber auch uns geprägt und wirkt sich deshalb natürlich auch auf uns aus, weshalb wir uns bestmöglich darüber informieren sollten.

Kaljkovic Ema: Es ist wichtig historische Ereignisse in Erinnerung zu behalten, daher schlage ich vor, mit ZeitzeugInnen zu reden oder sich im Internet oder mithilfe von geeigneter Literatur zu informieren.

Auer Lucia: Erinnerung ist wichtig und Bilder sagen mehr als tausend Worte. Ich finde, die Bilder des Holocaust sprechen Bände und die Opfer haben es verdient, dass wir an sie denken.

Auer Lisa: Sprechen wir auch über das was heute passiert. Sprechen wir mit Menschen über ihre Flucht- und Migrationserfahrungen.

Dapra Sinja: Erinnerungskultur hilft uns dabei, Geschichte zu reflektieren und den Opfern zu gedenken. Durch ZeitzeugInnen und Exkursionen zu Gedenkstätten sind wir in der Lage die Vergangenheit besser zu verstehen und sie aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten.

 

WIMO Klagenfurt – Erinnerungskultur

 

Bild: Heidi Cas-Brunner.

Erinnerungskulturen im Grenzraum

Im Jahr 2020 fand eine Vielzahl an bemerkenswerten und ansprechenden – auch innovativen und zukunftsweisenden Veranstaltungen und Initiativen im Bereich der Kärntner Erinnerungskultur statt. Die kommenden Jahre bieten uns die Möglichkeit, Gedächtnis und Erinnerung inklusiver und grenzüberschreitender zu gestalten – insbesondere im schulischen Bereich.

Erinnerungskulturen im Grenzraum – Spominske kulture na obmejnem območju

Wutti Daniel; Danglmaier Nadja; Hartmann Eva

Ein Hundert-Jahr-Jubiläum bietet sich an, ein Thema vielschichtiger und aus neuen Perspektiven zu betrachten. Das vorliegende Buch widmet sich vor diesem Hintergrund der schulischen Auseinandersetzung mit der Volksabstimmung am 10. Oktober 1920, einem Thema, das auf beiden Seiten der Grenze sehr unterschiedlich aufgefasst wurde.

Stoletnica je priložnost, da na temo pogledamo bolj celovito in z novih zornih kotov. Pričujoča knjiga je namenjena šolski razpravi o plebiscitu 10. oktobra 1920 – temi, ki smo jo na obeh straneh meje povsem različno dojemali.

 

Buch “Erinnerungskulturen im Grenzraum”

 

 

Neue Broschüre zur GR & BGM Wahl

Die Zukunft der Zweisprachigkeit