Schon seit meiner Wahl zum Landtagspräsidenten im März 2013 beschäftige ich mich intensiv mit dem Vorhaben, allen Kärntner Jugendlichen die politische Arbeit in unserem Bundesland Kärnten näher zu bringen und die dazugehörigen Informationen und Grundlagen, im Projekt: PLATTFORM – POLITISCHE BILDUNG, dafür zu schaffen.

Bei allen Landtagssitzungen besuchen uns Schülerinnen und Schüler und verfolgen diese sehr interessiert mit. Diese Besuche und Aktivitäten sind aber auch immer vom Engagement der sie begleitenden Pädagoginnen und Pädagogen abhängig und getragen. Inzwischen findet auch zweimal jährlich ein sogenannter „Schülerlandtag“ statt, der in enger Abstimmung mit der Kärntner Schülervertretung organisiert und vorbereitet wird. Die daraus resultierenden Beschlüsse werden allen Landtagsparteien übermittelt und so finden dann viele Themen auch in Form von Anträgen Eingang in die Arbeit des von den Kärntnerinnen und Kärntnern gewählten Landtages. Dafür gilt es auch ganz offiziell danke zu sagen. Das alles ist aus meiner Sicht auch weiter besonders zu unterstützen und fortzuführen.

Darüber hinaus geht es mir aber auch um die Verbreitung dieser Aktivitäten und die konsequente Verfolgung meines Zieles noch viel mehr, ja möglichst alle Jugendlichen zu erreichen und den Dialog mit der Kärntner Politik zu forcieren. Das Projekt: PLATTFORM – POLITISCHE BILDUNG in Kärnten soll die Basis dafür sein. Die wichtige Grundlagenarbeit dafür wurde unter Einbindung der Fachhochschule Kärnten, der Universität Graz, der Pädagogischen Hochschule Kärnten, dem Landesschulrat für Kärnten, Elternvertretern und vielen engagierten Pädagoginnen und Pädagogen in den letzten eineinhalb Jahren geleistet. Ziel ist es, für die Jugendlichen möglichst informative und interaktive Informationen zur Verfügung zu stellen, die ihr Interesse an politischen Fragen und das Verstehen von Zusammenhängen und Wirkungsweisen von politischen Entscheidungen erwecken.

Zum Zweiten sollen alle Pädagoginnen und Pädagogen gut aufbereitete Unterrichtsgrundlagen zu Themen und Projekten im Unterrichtsgegenstand „Politische Bildung“ – hoffentlich bald auch gesetzlich verpflichtend festgeschrieben – zur Verfügung gestellt bekommen. Dass dabei auch alle 36 Damen und Herrn Abgeordneten des Kärntner Landtages gefordert sind, dieses Projekt in der praktischen Umsetzung mit Leben und Inhalt zu erfüllen, ist für mich selbstverständlich.

Sollten Schulen bzw. Schulklassen Themen und Projekte bearbeiten, können auch Abgeordnete der Region eingeladen werden, direkt vor Ort Rede und Antwort zu stehen, ebenso möglich ist die Präsentation von Projekten im Rahmen von Landtagsitzungen und entsprechende Diskussionsrunden mit den Abgeordneten im Landhaus.

Parteipolitische Vereinnahmung oder politische Einseitigkeit darf und wird es anhand der verbindlichen Ethikregeln in diesem Dialog zwischen Jugend und Politik nicht geben. Vielmehr sollte aus meiner Sicht erreicht werden, dass möglichst alle jungen Kärntnerinnen und Kärntner, wenn sie mit 16 wählen gehen, genau wissen warum sie am demokratischen Entscheidungsprozess aktiv teilnehmen und wem sie ihre Stimme geben. Die unabhängige Urteilsfähigkeit zu den Fragen des Lebens und der gesellschaftlichen Entwicklung, das Mitmachen und sich einmischen, Standpunkte zu haben und diese zu vertreten, etwas bewirken zu wollen und das auch zu können, sind die wichtigsten und wesentlichsten Merkmale einer lebendigen Demokratie. Und genau deshalb sind Sie alle sehr herzlich eingeladen aktiv mitzumachen.

Am Beginn eines NEUEN PROJEKTES stehen immer auch die Spannung und viele Fragen: Wie wird es angenommen? Haben wir alles gut überlegt, vorbereitet und richtig gemacht? Sie alle sind eingeladen auf diese Fragen zu reagieren und mitzumachen. Begeben wir uns auf die gemeinsame Reise eines spannenden Dialoges in unserem Projekt: PLATTFORM – POLITISCHE BILDUNG.

Viele Freude, Erfolg und liebe Grüße, Ihr

Reinhart Rohr

Teilnehmende Politiker und Politikerinnen haben sich an folgende Charta zu halten:

Kodex für PolitikerInnen an Schulen

Wir verpflichten uns,

  1. kein Werbematerial mit Parteilogo und keine Wahlgeschenke zu verteilen. Dies ist an Schulen untersagt.
  2. … die SchülerInnen über Themen faktengetreu und ausgewogen zu informieren. Die SchülerInnen sollen in ihrer Meinungsbildung nicht durch einseitige Darstellungen beeinflusst werden.
  3. … unsere Vorbildfunktion bei den Jugendlichen wahrzunehmen, besonders punkto Wortwahl und
  4. … bei Diskussionen darauf zu achten, auf der sachlichen Ebene zu diskutieren und niemanden persönlich anzugreifen.
  5. keine Abzeichen zu tragen und keine Autogramme zu geben.
  6. keine Fotos oder Filme mit SchülerInnen / LehrerInnen aufnehmen zu lassen und diese für soziale (digitale) Netzwerke oder Werbezwecke zu verwenden.
  7. … uns nur im Einvernehmen mit der Schulleitung, den LehrerInnen und SchülerInnen ausschließlich für die Öffentlichkeitsarbeit der Schule fotografieren zu lassen.