Theaterprojekt: „Die Konferenz der Tiere“

Konferenz der Tiere

Im Herbst 2015 startete die 1b der Praxismittelschule der Pädagogischen Hochschule  Kärnten ihre Kennenlerntage mit einem theaterpädagogischen Schwerpunkt.

Frau Katharina Schmölzer, Schauspielerin und Leiterin des Kinder- und Jugendspielclubs  des Stadttheaters Klagenfurt, begleitete die 1b in der ersten Schulwoche mit theaterpädagogischen Kennenlernspielen und schuf so den Einstieg in den Schwerpunkt „Theater“, der diese Klasse das gesamte Schuljahr über begleitete und seinen Höhepunkt in mehreren Aufführungen der „Konferenz der Tiere“ hatte.

Im Rahmen der Projektwoche vor den Semesterferien hat die 1b das Stück „Konferenz der Tiere“ geschrieben, einstudiert und auch aufgeführt. Die Kostüme wurden selbst entworfen und in der „Schneiderei“ angefertigt, das Bühnenbild im „Atelier“ ausgedacht und gemalt. Dokumentiert und aufgeschrieben wurde das Projekt von der 1b-Fotogruppe.

Bereits im Vorfeld beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler mit dem Text „Die Konferenz der Tiere“ von Erich Kästner, den sie im Deutschunterricht lasen. Bei Nachbesprechungen kristallisierte sich heraus, dass es den Schülerinnen und Schülern wichtig war, auf die Problematik der bestehenden Weltsituation mit Kriegen, Hungersnöten und Streitigkeiten hinzuweisen. Wichtig war ihnen auch das Thema der Kinderrechte, das in oben genannten Situationen meist vergessen oder gar nicht anerkannt wird. Unter diesen Voraussetzungen ist der Text zu diesem Stück entstanden. Hierzu haben die Schülerinnen und Schüler der 1b sich im Unterricht selbständig mit den Kinderrechten vertraut gemacht und wir haben gemeinsam überlegt, wie wir die Rechte der Kinder im Text manifestieren könnten. Dies geschah, indem die „Konferenz der Tiere“ stattfand und die einzelnen Tiere (bzw. Kinder) zum Sprecherpult gingen und laut ihre Rechte ausriefen. Im Unterricht haben die Schülerinnen und Schüler sich Tiere überlegt, die sie gerne darstellen möchten und dazu auch ihre eigenen Texte geschrieben.

Begleitet wurde die Klasse während der gesamten Woche von der Schauspielerin Seraphine Rastl vom Stadttheater Klagenfurt, der Schulsozialarbeit mit Frau DSA Astrid Topitschnig und vielen Kolleginnen und Kollegen.

Das Theaterspiel selbst erscheint mir in diesem Zusammenhang als wichtiger Impuls,  um denkbare Handlungsmöglichkeiten auszuprobieren und zu entwickeln, um auch in der Realität besser agieren und bestehen zu können. Es gibt so viele unterschiedliche Möglichkeiten zu handeln und die Schüler und Schülerinnen sollten erkennen, dass sie ihre Handlungen selbst steuern können, dass sie ihre Entscheidungen selbst „in der Hand haben“. Durch eine öffentliche Präsentation am Ende des Schuljahrs bekamen die Schüler und Schülerinnen sowohl Würdigung als auch Anerkennung, die für Selbstwert und Persönlichkeitsentwicklung von großer Wichtigkeit sind.

Mittlerweile wurde das Stück „Konferenz der Tiere“ mehrmals aufgeführt, u.a. bei dem Aktionstag „Kulturelle Bildung an Schulen“ an der PHK oder auch bei dem Symposium „Vom kompetenten Umgang mit Unterschieden“ im November 2016 an der Pädagogischen Hochschule.

Mag. Martina Strutzmann, Klassenvorständin der 1B

 

Der Link zur Dokumentation des Projektes

 

Besuch beim Bundespräsidenten

Am 23. Juni 2015 hat in der Hofburg, in den Räumlichkeiten der Präsidentschaftskanzlei, der 46. SchülerInnentag stattgefunden. Den SchülerInnen wurden zuerst die Räumlichkeiten der Hofburg gezeigt und sie wurden anschließend von Bundespräsident Dr. Heinz Fischer zu einem Gespräch empfangen. Elvira Hadzić (2 BHM), Verena Peternel (3 AHM), Julian Maier und Januš Pihler (2 CHW) haben dem Bundespräsidenten die diesjährige Rede der Jugend und Fotos zum Loiblgedenken 2015 überreicht.

(Begleitung: Ilse Geson-Gombos)

Stimme der Jugend

„Stimme der Jugend“ Loibl Gedenkveranstaltung 2015

Im Rahmen der „Internationalen Gedenkveranstaltung“ 70 Jahre Befreiung KZ-Außenlager Loibl haben Selina Tschauko, Julian Maier und Janus Pihler (2 CHW) als VertreterInnen der Jugendlichen diese Landes die „Stimme der Jugend“ übernommen. Für die TeilnehmerInnen der Veranstaltung lag die Rede auch in der englischsprachigen und französischen Übersetzung auf.

„Stimme der Jugend“ 2015

Wir lieben unsere Smartphones, den schnellen Chat über Whatsapp, wir halten uns auf dem Laufenden über Facebook, Twitter, Tumblr und Instagram. Wir verbringen unsere Nachmittage gerne in Shoppingcenters beim Chillen, Shoppen, Sehen und Gesehen werden. Wir achten auf neue Trends und kaufen angesagte Mode am laufenden Band. Wir wollen dazu gehören. Wir erfüllen die Anforderungen der Wegwerfgesellschaft und interessieren uns für das neueste, beste und vielleicht auch teuerste Handy. Wir verlieren uns in Nebensächlichkeiten, wie die große Liebe und Äußerlichkeiten, ringen um die Akzeptanz der Gleichaltrigen und vergessen dabei das Wesentliche.

Unsere Träume sind groß, die Pläne klein.

Vieles ist für uns selbstverständlich: Bezugspersonen, Familie, Freunde, Bildung, Schule, ausreichend zu Essen und Trinken. Auch, dass wir in einer Demokratie leben, nehmen wir als gegeben an. Wir dürfen und können in Freiheit leben und müssen uns nicht vor Verfolgung und Ausgrenzung fürchten.

Es könnte jedoch auch anders sein.

Wie es sein kann, wenn Menschen beraubt, gedemütigt, ausgegrenzt, verfolgt und ermordet werden, durften wir in Gesprächen mit ZeitzeugInnen erfahren. Wir mussten diese Realität kennenlernen. Wir haben das ehemalige KZ Mauthausen besucht und erlebt, dass Fakten nicht annähernd so schockierend sein können wie die Wirklichkeit, die bei einem Besuch vor Ort als Film in den Köpfen auftaucht.

Wir sind schockiert. Wir erfahren tiefes Mitgefühl. Wir fühlen. Wir hören zu. Wir lernen.

Wir lernen zu hinterfragen.

Wir sind bestürzt darüber, dass Österreich in einer kürzlich veröffentlichten Studie der OECD, der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, unter 27 untersuchten Ländern mit 21,3 Prozent den höchsten Anteil an Mobbingopfern im Schulumfeld einnimmt. In den letzten Jahren ist der Prozentsatz in Österreich überdurchschnittlich gestiegen. Der OECD Bericht zieht die Schlussfolgerung, dass darin ein „ernstes, gesamtgesellschaftliches Problem, das Auswirkungen bis ins Erwachsenenalter haben kann“, gesehen werden muss.

Wir sehen uns als Spiegel der Gesellschaft und fragen, woher diese Aggression unter Schülerinnen und Schülern kommt? In unserer Diskussion taucht auf, dass wir uns als Jugendliche von den Erwachsenen nicht immer ernst genommen fühlen. Wir vermissen Respekt. Wir beobachten offene Feindseligkeit gegenüber Ausländerinnen und Ausländern und stigmatisieren selbst  damit auch unsere Gleichaltrigen „Du bist wie die asozialen Ausländer am Heiligengeistplatz“. Neid gegenüber Immigrantinnen und Immigranten ist bei Jugendlichen und Erwachsenen keine Seltenheit. Wie oft wird etwas dagegen gesagt? Wir werden mit Verallgemeinerungen konfrontiert, wie zum Beispiel „Alle Muslime sind Terroristen“ Wir erfahren die Geringschätzung der Mehrheitsbevölkerung gegenüber der slowenischen Minderheit, „Wir wollen nicht mit den Tschuschen in einem Café sitzen“.

Die Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit, sie ist unser höchstes Gut.

Wir leben im Jetzt, tragen die Vergangenheit mit uns und müssen an unserer Zukunft arbeiten.

(Dieser Text wurde von den SchülerInnen der 2 CHW in einem Schreibworkshop unter der Leitung von Ilse Geson-Gombos für die Loibl Gedenkveranstaltung 2015 verfasst.)

 

Glas mladine 2015

…. Obiskali smo bivšo koncentracijsko taborišče Mauthausen in doživeli, da podatki in dejstva nikakor niso in ne morejo biti tako šokantna, kakor pa je resnica, ki nas je močno prizadela ob gledanju filmskih dokumentacij na kraju dogajanja.

Smo šokirani. Imamo globoko sočutje z žrtvami. Čutimo. Poslušamo. Se učimo.

Učimo se postavljati vprašanja.

….. V diskusiji ugotavljamo, da imamo mladinci občutek, da nas odrasli ne jemljejo resno. Pogrešamo spoštovanje. V javnosti opažamo odprto sovraštvo proti inozemcem in inozemkam. Pogosto zaznavamo med mladinci in odraslimi nevoščljivost in zavist do priseljencev in priseljenk. … Opažamo, da večinski prebivalci slovenske manjšine ne cenijo….

Živimo v sedanjosti, pri sebi nosimo preteklost in pripravljamo našo bodočnost.

Demokracija ni samoumevna, je dragocena dobrina.

(Übersetzung: Anna Ferk-Gasser, Janus Pihler)

 

Lehrausgang Loibl